11
Mai

Schreiben und Träumen

   Posted by: admin   in Allgemein

Autoren lieben es, übers Schreiben zu reden.
Irgendwie können wir nicht anders.
Hier werde ich über meine Arbeit reden, die oft vor dem eigentlichen Schreiben beginnt. Mit Träumen, mit Gedanken, die man auf die Wanderschaft schickt. Manchmal kommen sie mit Beute zurück wie ein gut abgerichteter Falke. Manchmal sieht man nur ein bisschen mehr von der Landschaft. Die Welt existiert nicht einfach, wir deuten sie. Jeder auf seine Weise.
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4. Mai 2017

Ich sitze am Feuer und starre in die Flammen, sehe zu, wie die Funken knisternd zerspringen und bis zu den Bäumen hochwirbeln, die ihre Äste über die Lichtung breiten. Der Wolf ist in den Wald gehuscht, als er seine Brüder und Schwestern heulen hörte, und in meinem Schoß liegt nun eine schläfrig schnurrende Katze.
Es war ein langer Tag. Wir waren auf dem Jahrmarkt, und einige meiner Figuren hatten ihren ersten großen Auftritt. Der Tanz steckt dem Mädchen im Ballkleid immer noch in den Knochen. Selbst jetzt kann sie nicht aufhören zu tänzeln, sie greift nach den Händen des geheimnisvollen Assassinen und zieht ihn mit sich, ohne Rücksicht auf seine mürrische Miene zu nehmen.
“Sie gehört überhaupt nicht in meine Geschichte”, ruft er mir zu, während er sich mit dem Mädchen dreht.
“Ich aber”, sagt der Alte, der neben mir sitzt und mit mir in die Flammen starrt. “Ich gehöre in deine Geschichte.”
“Und ich”, sagt eine Stimme. Ich drehe mich nicht um, ich weiß, wem diese Stimme gehört. “Soll ich dir meine Träume erzählen? Vom Feuer und vom Schnee, von einem grauen Schiff und von einem Land jenseits des Nebels?”
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26. April 2017

Wir fürchten uns nicht im dunklen Wald, meine Figuren und ich. Unsere Reisetruppe ist groß und bunt und laut. Wenn wir abends am Feuer sitzen, liegt ein Wolf zu meinen Füßen. Das Mädchen mit der undefinierbaren Haarfarbe spielt Geige, die stille Schülerin kritzelt in ihr Tagebuch, der Prinz näht seinen Jagdrock. In den Schatten knistert und raschelt es. Große Flügel verdecken den Mond. Die Prinzessin hebt den Kopf und starrt in die Finsternis. Ist sie heute so weit, mir ihre Geschichte zu erzählen?
Da tritt ein alter Mann in einem langen Mantel aus dem Dickicht, und alle rücken ein wenig näher zusammen, denn sein grimmiges Gesicht verrät, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen ist. Doch ich schicke niemanden weg. Erst recht nicht die Bösewichter. Der Wolf knurrt.
Umständlich lässt sich der Alte am Feuer nieder. “Du wirst mir zuhören”, sagt er zu mir. “Gib dir endlich einen Ruck und weiche mir nicht länger aus. Hör mir zu, wenn ich dir erzähle, wie ich die Welt vernichtet habe.”
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16. April 2017

Ostern. Frühling. Die Tulpen blühen, die Kirschbäume leuchten … und ich hab seit Wochen eine Schreibflaute.
Aber selbst wenn es mit dem Schreiben nicht so klappt, kann ich nicht ohne und setz mich automatisch an den Rechner. Also hab ich einfach mal etwas ausprobiert, was ich schon lange versuchen wollte – eine andere Version einer bestehenden Geschichte zu schreiben. Das macht Spaß und erfordert nicht allzu viel Anstrengung. Ich habe mir meine Wandler vorgenommen und ein bisschen experimentiert. Funktioniert die Geschichte auch, wenn Kiara sich … in ein anderes Mädchen verliebt? Und siehe da, eine neue Figur ist zum Leben erwacht und hat die Geschichte an sich gerissen. Ein trotziges, wildes, unberechenbares Mädchen namens Madeline.
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7. April 2017

Der Klappentext zu meinem neuen Romanprojekt.

Jax ist keine Prinzessin und hat auch nicht vor, eine zu werden. Eigentlich wäre Jax ein ganz normales Mädchen – wenn sie nicht zu einer Familie gehören würde, in der alle ein wenig Luftmagie betreiben. Nichts, womit man viel anfangen kann. Doch ihre bescheidenen Fähigkeiten werden interessant, als der Prinz des Morgens – der Sohn des nordamerikanischen Magierkönigs – eine Braut sucht.
In dieser Geschichte gibt es Magie. Prinzen. Und Rebellen. Mädchen, die Eiscreme und Disneyfilme lieben, und die trotzdem nicht gerettet werden müssen. Doch es ist leider nicht alles rosa – schon wehen die dunklen Träume heran. Denn eines der Mädchen, die zum Ball erscheinen, wird Prinz Levis Verderben sein. Und in Jax keimt ein schrecklicher Verdacht: Ist sie dazu bestimmt, ihm den Tod zu bringen?
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30. März 2017

Magische Fantasywelten … oder Europa. Die meisten meiner Romane spielen in einer dieser beiden Gegenden – oder in einer Kombination davon (z.B. Magyria/Budapest; Mecklenburg/Winterwelt).
In meinem neuen Buch springe ich über den großen Teich – diesmal geht die Reise in die USA.
Ein Mädchen aus Arizona, das Eis und Disneyfilme liebt.
Ein Schloss im Schnee.
Eine mörderische Verschwörung.
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22. März 2017

Die Sonne scheint, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten, und ich feile an einem Manuskript, das mir so richtig Spaß macht …
Es wird romantisch, Mädels!
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27. Februar 2017

Vier Punkte hatte ich für Februar auf meiner To-Do-Liste:
Für meine Träume-Reihe
1. Lektoratsfahnen für X durchgehen.
2. Letzte Korrekturen an Y
3. an Band Z arbeiten
sowie
4. Sternschatten veröffentlichen
Und ich bin immer noch bei Punkt 1.
Ich habe echt nicht gedacht, dass die Arbeit am lektorierten Text so lange dauern würde. Aber da muss ich jetzt durch. Sobald der Berg geschafft ist, geht es dann endlich mit allem anderen weiter …
Sorry an alle, die auf Blues Geschichte warten!
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10. Februar 2017

Kennt ihr das? Man hat gerade erst angefangen und braucht schon wieder eine Pause. Gibt es eigentlich so etwas wie eine Musengrippe?
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5. Februar 2017

Als ich “Katzenmagie” geschrieben habe, wollte ich eine Geschichte schreiben, die als Einzelroman gelesen werden kann, das Ende bittersüß mit Ausblick auf eventuell eine Fortsetzung. Ich hatte auch ein paar Ideen, was danach noch passieren könnte. Doch ich hätte niemals gedacht, dass ich von meinen Elementeformern einfach nicht lassen kann. Nach dem vierten Band waren noch so viele Ideen übrig. Ich kehre einfach schrecklich gerne zu Ari, Romeo und den anderen zurück, zu einer Welt, in der so viel möglich ist. Magie, Verwandlungen, undurchschaubare Charaktere, und dass man nie weiß, wer eigentlich die Guten und wer die Bösen sind – das verleiht meiner Fantasie Flügel. Obwohl ich zu fast allen meiner Romane Ideen für Fortsetzungen habe, ist dies die Reihe, wo ich sie dann auch wirklich schreibe.
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31. Januar 2017

Die Kälte nimmt zu. Es ist, als wehe der Weltraum herein, luftleer, kälter als kalt, und in der Eiseskälte erklingt ein Wispern.
Ein Summen, als stimmte jemand ein Lied an, ein so fremdartiges Lied, das meine Ohren schmerzen. Mir ist, als hörte ich den Takt einer Uhr und den Klang gewaltiger Glocken und das Rauschen eines Sturms.
(Aus: Sternschatten 2, In dunklen Nächten)
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24. Januar 2017

Mein Schreibwinter.
5. Ein Überraschungsprojekt.
Ich habe mir ja letztes Jahr ein paar schöne Cover gegönnt, die zu Ideen passen, die schon länger in meinem Kopf herumgeistern. In den Weihnachtsferien habe ich mit einem davon angefangen. Worum es geht und wie das tolle Cover aussieht und weitere Infos gibt es nach und nach. Da möchte ich euch gerne richtig neugierig machen!
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20. Januar 2017

Mein Schreibwinter.
4. Die Träume-Reihe.
“Träume aus Feuer” ist schon erschienen, im Frühling folgt der zweite Band, “Träume aus Staub”. Vier sollen es insgesamt werden. Dieses Großprojekt ist der Grund, warum alle anderen Projekte und Ideen zurzeit zurückstecken müssen.
Diese Geschichte um den Mord an einem König und die Folgen, deren erste Fassung in vier Jahren entstanden ist (2003-2006) hat immer zu meinen Lieblingsgeschichten gehört. Anyana, die von schlimmen Dingen träumt und Schlimmes erlebt und deren Leben nicht so gradlinig verläuft, wie sie als Kind dachte … Karim, der hübsche Junge mit den vielen Geheimnissen, der mehr als ein Werkzeug sein will … Prinz Winya, der freche Dichter … Diese und noch viele andere Personen wohnen schon seit vierzehn Jahren in meinem Herzen, und es ist schon etwas Besonderes, sie endlich in die Freiheit zu entlassen.
Also heißt es Überarbeiten, Umschreiben, Neuschreiben, Feilen, Fahnen durchgehen … Tee trinken nicht vergessen.
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18. Januar 2017

Mein Schreibwinter.
3. Immer nur Arbeit? Heute tanze ich aus der Reihe. Statt den ganzen Vormittag brav am Schreibtisch zu sitzen, genieße ich das kalte Winterwetter und gehe spazieren.
Die eisige Luft kommt mir gegen das gestrige Wetter mild vor. An manchen Stellen ist es noch sehr glatt, man rutscht schnell aus. Ein paar Felsentauben flattern auf. Über die Felder streicht ein Krähenschwarm. Die Bäume hüllen sich in Weiß, der Frost bildet zarte Stacheln.
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16. Januar 2017

Mein Schreibwinter.
2. Sternschatten.
So wie manche Projekte überraschend gut laufen, gibt es auch diejenigen, die sich als eine kleine Enttäuschung erwiesen haben. Leider hat der Start der neuen Serie meine Erwartungen nicht erfüllt.
Damit es trotzdem weitergehen kann, habe ich mir Folgendes überlegt: Ich muss mit dem Preis hochgehen, aber dafür werden die Bände auch länger werden. Zum Vergleich: Ob ich zwei Bände zu je 1,49 und je ca. 70-80 Seiten herausbringe, oder einen doppelt so langen für 2,99 Euro kann euch als Leser so ziemlich egal sein, weil man das Gleiche für das gleiche Geld bekommt. Da Amazon aber je nach Preis sehr unterschiedlich auszahlt, macht das für mich einen großen Unterschied.
Weil der nächste Teil länger wird, dauert es also noch ein bisschen – aber keine Sorge, Band 2 kommt!
Es motiviert mich jedenfalls ungemein, wenn ich weiß, dass da draußen Menschen sind, die sich auf den Fortgang der Geschichte freuen.
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14. Januar 2017

Mein Schreibwinter.
Heute und in den nächsten Tagen möchte ich euch einen kurzen Überblick geben über das, woran ich arbeite und worauf ihr euch (jetzt oder in nächster Zeit) freuen könnt.
1. Es gibt eine Printausgabe für “Die Unmöglichkeit, Rebekka nicht zu lieben”. Mein Mädchen-Liebesroman war für mich der Überraschungserfolg im Herbst. Wer möchte, kann sich nun durch knapp 200 Seiten echtes Papier blättern.
Da ich mich für den Druck über KDP entschieden habe, ist das Buch allerdings nur über Amazon bestellbar.
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8. Januar 2017

Seid ihr gut ins neue Jahr gekommen? Nun ist es schon eine Woche alt. Genug Zeit, um die ersten Vorsätze wieder zu brechen! Oder macht ihr euch keine?
Ich lasse es inzwischen, denn es sind ja doch immer dieselben. Auf die Gesundheit achten, sich mehr bewegen, vielleicht ein bisschen weniger arbeiten. Doch immerhin – ich habe die Weihnachtsferien genutzt, um mein Arbeitszimmer aufzuräumen. Zettel und Notizen ordnen, durchsehen, auf zwanzig verschiedene Stapel schichten, wegheften.
Noch bin ich nicht fertig, da es noch eine Reihe Schubladen und Ordner gibt, die ich durchgehen will – aber es macht Spaß, wenn mal wieder ein frischer Wind durch alte Dinge fährt.
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16. Dezember 2016

Ich bin intensiv am Schreiben. Tief eingetaucht in die Geschichte. Seit Wochen arbeite ich ausschließlich an meiner Fantasy-Reihe, zurzeit am dritten Band, “Träume aus Eisen”. (Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Cover, das es z.B. bei Amazon bereits zu sehen gibt, obwohl das Buch erst im Sommer erscheinen wird.) Soviel Spaß das auch macht, den Nachteil will ich euch nicht verschweigen – alle, die auf die Fortsetzung von “Sternschatten” warten, müssen sich noch ein bisschen gedulden.
Spätestens nach zwei Monaten wollte ich nachliefern. Das wäre jetzt. Aber ich will den zweiten Band nicht irgendwie schnell dazwischenschieben, sondern warte lieber auf einen Zeitpunkt, an dem ich mich der Geschichte von Blue wirklich hundertprozentig und voll konzentriert widmen kann. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis.
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15. Dezember 2016

Im Regen spazieren gehen.
Stimmen tropfen von den Bäumen.
Heimkehren.
Eine Kerze anzünden.
In einer Geschichte versinken.
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7. Dezember 2016

Es ist da, es ist da, ES IST DA!
Heute kam das Paket mit den Belegexemplaren. Tolles Cover, schöne Karte in der Innenklappe, raschelndes Papier.
Mein neues Maja-Winter-Buch: Eine rothaarige Prinzessin, die vom Feuer träumt, Ein ungehorsamer Assassine, der seine Pflicht tut. Eine verrückte Königin, die blutige Rache schwört …
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3. Dezember 2016

Ich probiere immer gerne neue Rezepte aus oder wandle alte um – heute gab’s Käsekuchen mit einem Boden aus Spekulatiuskrümeln. Schön weihnachtlich!
Bei meinen Geschichten ist es ähnlich. Immer wieder wage ich mich an etwas Neues, nur dass dabei nicht die Gäste die Versuchskaninchen für meine neuen Rezepte sind, sondern die Leser. Und ab und zu gibt das schöne Überraschungen. Mein Mädels-Liebesroman “Die Unmöglichkeit, Rebekka nicht zu lieben” ist für mich so eine Überraschung. Ich dachte – wer wird das lesen? Egal, ich schreibe es, weil es mir am Herzen liegt. Und nun: Seit vielen Monaten hatte keins meiner anderen Indie-Bücher einen so guten Start. Seit drei Wochen unter den Top 10 der Rubrik “Romantik für Lesben” und in den Top 100 der “Liebesromane für Jugendliche”.
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22. November 2016

Ich war unterwegs: zwei Tage Buchmesse Berlin. Immerhin, wie ich erfahren durfte, die viertgrößte Buchmesse Deutschlands. Es waren so viele Besucher da, dass man sich irgendwie durch die Tischreihen mit den Buchpräsentationen schieben musste. Sehr voll. Sehr stickig. Sehr warm. Ich habe wunderschöne Bücher gesehen, sehr sympathische Menschen getroffen oder neu kennengelernt und ein bisschen was von Berlin gesehen. Das Hotel, in dem die Messe stattfand – gigantisch, strahlend, prächtig wie ein Kreuzfahrtschiff. Und dann der Weg zu dem Hotel, in dem ich übernachtet habe. Das absolute Kontrastprogramm. Ein Zelt unter einer Eisenbahnbrücke. Unrat, der mit vermodernden Blättern verschmilzt. Menschen, die über die Gehwege hasten. Ein Fuchs, der wie aus dem Nichts auftaucht und an mir vorbeiläuft, ohne mich zu beachten, wie ein kleines Wunder aus rotem Pelz und Wildheit.
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9. November 2016

Als Autorin muss man sich in viele verschiedene Charaktere hineinversetzen. In schwertkämpfende Mädchen und Vampire, in Helden und traurige Bestien und intrigante Könige. Das macht Spaß – normalerweise. Aber manche Figuren fallen mir echt schwer. So wie Hannah als manipulierende Schwester in meinem Zwei-Mädchen-Buch. Hannah ist ein liebevoller, fürsorglicher Charakter, sie hält sich jedenfalls dafür, ist jedoch erschreckend engstirnig und homophob. Und wenn sie zum zehnten Mal den ausgeleierten Spruch anführt: “Man soll den Sünder lieben und die Sünde hassen”, könnte ich echt schreien.
Man muss sie nicht mögen, aber ich glaube, als Figur und Antagonistin ist sie mir gut gelungen.
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7. November 2016

“Rebekkas Lächeln war ein Gedicht, das ich interpretieren wollte, das ich nie vollständig analysieren würde. Es war da und flog davon wie eine Schwalbe, die nie auf dem Boden landete, immerzu im Flug.”
(Aus: Die Unmöglichkeit, Rebekka nicht zu lieben)
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6. November 2016

Mein nächster Roman enthält: eine Liebesgeschichte zweier Mädchen, keine expliziten Szenen, dafür Romantik, zwei Schwestern, zwei Bibelverse, ein Happy End und eine Hochzeit, aber es wird nicht verraten, wessen.
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4. November 2016

Musst du immer Öl ins Feuer gießen?, fragt mich eine Freundin.
Ähm … ja? Wahrscheinlich bin ich die Einzige, die je auf die glorreiche Idee gekommen ist, eine Liebesgeschichte zweier Mädchen … christlichen Verlagen anzubieten.
Die Reaktion: Kopfschütteln, aber immerhin recht freundlich.
Warum tue ich so was? Weil ich Optimistin bin? Weil ich die Hoffnung habe, dass alle Menschen, ganz gleich welchen Geschlechts und welcher Orientierung, in der Kirche willkommen sein sollten? Weil ich die (realen) Geschichten so satt habe, wie junge Menschen, die sich als schwul oder lesbisch outen, von religiösen Menschen als Aussätzige behandelt werden und das Gefühl verinnerlichen, falsch und wertlos zu sein?
Vor einigen Wochen habe ich hier erzählt, dass ich gerne “queerbeet” lese und schreibe. Den Rechtschreibfehler habe ich gleich nach der Veröffentlichung bemerkt und so belassen, denn genau darum geht es – um queere Literatur. Um eine Liebesgeschichte, die ein wenig anders ist. Diesmal geht es nicht um Fantasy, sondern um zwei Themen, die für viele (leider!) nicht zusammenpassen – Christsein und Homosexualität.
Mehr dazu demnächst.
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28. Oktober 2016

Mein goldener Baum hat alle Blätter abgeworfen. Zum Glück habe ich noch einen anderen Hingucker – eine Vogelbeere, die beinahe minütlich von Amseln angeflogen wird. Und es gibt noch andere schöne Stellen im Garten …
Ich will euch heute ein Geheimnis verraten, und zwar, wie man so viel schreiben kann. Das ist vielleicht auch für diejenigen unter euch interessant, die davon träumen, selbst ein Buch zu verfassen. Das Geheimnis ist ganz schlicht. Ich bin nicht furchtbar diszipliniert und hocke jeden Tag acht Stunden am Computer (jedenfalls nicht, ohne ausgiebig herumzutrödeln). Das Geheimnis ist bloß: Regelmäßigkeit.
Wenn man wirklich regelmäßig schreibt, dann reichen sogar 3 Seiten am Tag, und im Jahr kommen ca. 1000 Seiten zusammen. Das wären dann schon zwei dicke Wälzer im Jahr oder drei mittlere Romane oder ein umfangreiches Buch und ein paar kürzere, je nachdem.
Das erfordert durchaus auch ein wenig Disziplin und kann manchmal anstrengend sein, aber hey, 3 Seiten, das ist zu schaffen. Und das ist ein Durchschnittswert. An den meisten Tagen ist es mehr, dafür gibt es wiederum Zeiten, in denen ich nur überarbeite und feile.
3 Seiten. Eigentlich gar nicht so viel, oder?
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24. Oktober 2016

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, wie ich das Chaos meiner tausend Ideen und Projekte bewältige. Es funktoniert – weil ich mich an drei Grundsätze halte:
1. Verträge zuerst. Das heißt, Manuskripte, für die ich einen Verlagsvertrag und einen Abgabetermin habe, haben oberste Priorität. Wenn ich meinen Rechner morgens anwerfe, fange ich damit als Erstes an. Bis die Konzentration nachlässt oder ich aus irgendeinem anderen Grund nicht so recht weiterkomme. Manchmal hakt es und das Unterbewusstsein muss an der Stelle weiterabeiten, ohne dass ich mich einmische.
2. Grad der Fertigstellung. Wenn meine Hauptarbeit mir etwas Zeit lässt, nehme ich mir die Manuskripte vor, die so gut wie fertig sind und an denen nicht mehr viel zu tun ist. Deshalb konnte ich z.B. “Sternschatten” dazwischenschieben. Für die Serie sind noch nicht alle Teile fertig, aber ich habe schon gut vorgearbeitet.
3. Wilde, stürmische, laute Ideen. Manche Ideen – egal ob neue oder schon gut abgelagerte – schreien sehr laut nach Verwirklichung. Ab und zu gönne ich ihnen ein paar Seiten, damit sie irgendwann auf Platz 2 rücken können. Und damit die Gedanken sich wieder beruhigen und ich mich ungestört Nr. 1 widmen kann.
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22. Oktober 2016

Andere kaufen sich Schuhe, wenn sie frustriert sind. Ich kaufe mir natürlich … ein Cover. Ein wunderhübsches, romantisches Gute-Laune-Cover, das meine Stimmung hebt und mich voller Vorfreude in Ideen schwelgen lässt.
Etwas ganz anderes als sonst. Sehr zuckrig. Sehr Disney. Sehr “hach”. Und wisst ihr was – ich freu mich mega!
Nur: WANN SOLL ICH ALLE DIESE GESCHICHTEN SCHREIBEN??
(Übrigens: Ich hab mich gleich hingesetzt und eine Szene geschrieben. Man gönnt sich ja sonst nichts.)
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21. Oktober 2016

Das Mädchen lehnte den Schirm ab und stapfte durch den Schneefall in Richtung Portal, ohne sich darum zu kümmern, dass die Flocken sich auf ihre blauen Strähnen legten. Hiltrud wischte das Mitleid, das plötzlich in ihr aufstieg, beiseite.
Sie durfte kein Mitleid haben, mit keinem der Schüler und mit keinem ihrer Mitstreiter. Denn das Leben bestand nicht aus Pfannkuchen und Gedichten, aus Gänseblümchen und Mathematikunterricht. Das Leben war ein Schlachtfeld, und je früher man das begriff, umso besser für alle.

(Aus “Sternschatten: Schneeflocken fallen”)
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20. Oktober 2016

Der goldene Baum … oder was hilft gegen den Herbst-Blues.
Draußen ist es trübe, der Himmel ist grau, es wird nun täglich früher dunkel. Doch immer wenn ich von meiner Tastatur aufblicke, leuchtet etwas durch die Fensterscheiben. Der Kuchenbaum beherrscht den Garten, er strahlt, ganz gleich, wie das Wetter ist. Außerdem duftet er jetzt im Herbst wie eine ganze Bäckerei.
Und was ist es bei euch, was hilft euch gegen die trüben Stunden? Ein ganz bestimmtes Buch, Musik, eine Tasse Tee oder die ersten Lebkuchen?
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12. Oktober 2016

Heute erzähle ich euch, worum es in meiner neuen Serie überhaupt geht.
Das ist STERNSCHATTEN:
Eine Klosterschule, in der seltsame Dinge passieren. Ein rebellisches Mädchen, das sieht, was sonst niemand zu sehen scheint. Ein schweigsamer Mönch, der besser kämpfen kann als beten. Ein Krieg, der seit Anbeginn aller Zeiten geführt wird.

Viele Rätsel und Geheimnisse, und mittendrin Lijana Adams, genannt Blue. Ein Mädchen, das Gedichte schreibt und sich nichts gefallen lässt.
Und, seid ihr schon ein bisschen neugierig?
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10. Oktober 2016

“Hältst du es für denkbar, dass Leben auch anders aussehen könnte? Wesen, die in Kälte und Dunkelheit existieren. Ist das möglich? Ist es vorstellbar?“
Widerwillig muss ich zugeben, dass mich dieser Gedankengang fasziniert.
Wiesent senkt die Stimme, nun klingt er wie ein Märchenonkel, der am Kamin vorliest. „Wesen, die zum Existieren nichts anderes brauchen als das Universum. Sie atmen nicht, sie fressen nicht, sie vermehren sich nicht. Sie sind, weil sie schon immer waren. Stellt euch vor, dass da draußen, wo die Sterne sind, noch mehr ist.”
(Aus: Sternschatten 1)
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9. Oktober 2016

Mit der Rechtschreibprüfung von Word kann man so viel Spaß haben! Statt “Beautiful” schlägt mir das Programm “Bautafel” vor. Und bei einem Satz, in dem eine Lampe mit einem “Pling” ausgeht, solle ich doch ein “Poing” nehmen.
Nun stelle ich mir die ganze Zeit vor, wie die Lampe “Poing” macht …
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8. Oktober 2016

Manchmal träume ich von Projekten und schiebe sie vor mir her, weil einfach die Zeit fehlt. Manchmal stürze ich mich jedoch kopfüber in eine Idee und tue es einfach.
Meine Serie startet schon bald. Sehr bald. Heute kann ich euch bereits einen kleinen Ausschnitt vom Cover zeigen. Mehr Infos darüber, worum es gehen wird, werden folgen.
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28. September 2016

Was haltet ihr von Serien?
Also nicht Fernsehserien, sondern Buchserien. Kurze Episoden von ca. 60-100 Seiten, die man an einem Abend inhalieren kann, die in relativ kurzen Abständen erscheinen und oft böse Cliffhanger haben, damit man sich auf die nächste Folge freut. Zurzeit scheinen diese Serien sehr beliebt zu sein, und seit Monaten spukt in meinem Kopf der Gedanke herum, ob sich nicht eins meiner Projekte, das seit ein paar Jahren in meiner Schublade schlummert und das ich irgendwie nicht fertigbekomme, für eine solche Serie eignen würde.
Der Nachteil: Man kann die Geschichte nicht in einem Rutsch durchlesen.
Der Vorteil: Der Leser nimmt in gewisser Weise am Schreibprozess teil, da er regelmäßig die bereits fertigen Häppchen serviert bekommt.
Der Nachteil: Cliffhanger sind fies.
Der Vorteil: Jede Folge muss für sich spannend sein. Interessante Figuren, jeder hat Geheimnisse, Action, Romantik … Für mich als Autorin ist das eine spannende Herausforderung.
Also, was meint ihr? Habt ihr Lust auf eine Serie?
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21. September 2016

Kennt ihr das?
Manchmal sehne ich mich nach Geschichten, die ich vor Jahren gelesen habe, nach den Figuren, die wie alte Freunde hinter Buchdeckeln auf mich warten. Ich würde gerne mit Aragorn und den Hobbits am Lagerfeuer sitzen und Elbenliedern lauschen. Ich möchte mich noch einmal mit Traumjäger auf die Suche nach Goldpfote machen. Ich wäre gerne mit Alissa und Strell unterwegs zur geheimnisvollen Feste.
Ich muss mir diese Bücher jetzt nicht sofort schnappen und lesen – einfach an sie zu denken genügt schon, und ein kleines verträumtes Lächeln wandert auf mein Gesicht.
Bücher machen aus uns allen Reisende. Und vor einem Bücherregal zu stehen ist, als stünde man an einer Wegkreuzung. Man muss nur einen Schritt machen, und schon gleitet die Straße fort und fort …
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21. September 2016

Weil ich verrückt bin, habe ich mir zwei Cover gekauft. Nun muss ich noch die Geschichten dazu schreiben … Das eine wird wohl eine Mischung aus Fantasy und Sciene Fiction, mit einer tollen Heldin und einer ungewöhnlichen Romanze. Für das andere stehen zwei, drei Ideen zur Auswahl, die ich schon seit längerem mit mir herumschleppe. Da muss ich dann entscheiden, auf welche ich am meisten Lust habe. Wenn ich denn mal Zeit für diese Geschichten habe, die in meinem Kopf herumhüpfen und winken.
Es wird noch eine Weile dauern, bis ihr die hübschen Cover zu sehen bekommt. Denn im Moment bin ich sehr mit meinem Maja-Winter-Projekt beschäftigt. Das schräge Zwischenprojekt ist übrigens noch in der Warteschleife, d.h. ich warte auf Antwort vom Verlag, was meistens etwas dauert.
Als Abschied vom Sommer noch eine kleine Gartenimpression. Ich freu mich schon auf den Herbst – bei kühleren Temperaturen kann ich mich einfach besser konzentrieren. Außerdem finde ich die schönen Herbstfarben inspirierend, und bei Regen flüchtet man doch gleich noch lieber in fremde Welten …
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29. August 2016

Worüber ich mir gerade Gedanken mache, ist Vielfalt. Meine Ideen sind wie ein bunter Garten, es gibt Blumen, aber auch stachelige Gewächse, Ideen, von denen man wie von Apfelbäumen oder Brombeersträuchern naschen kann … und dann die dornigen Geschichten, die nicht so leicht zu konsumieren sind. Ich bin Fantasy-Autorin … aber eben nicht nur.
So habe ich in diesem Sommer wieder mal etwas geschrieben, das völlig anders ist. Urlaub von meinen anderen Projekten quasi – obwohl es eine Geschichte war, die alles andere als leicht zu schreiben war. Ich habe mich in Gedanken hineinversetzt, die nicht meine sind, und das kann ganz schön schwer sein, obwohl es mein Job als Autorin ist, in andere Perspektiven zu schlüpfen. Mal schauen, ob ich einen Verlag dafür finde, denn ich verknüpfe zwei Themenbereiche, die für viele überhaupt nicht zusammengehören. Wie ist es bei euch? Lest ihr nur Fantasy oder queerbeet? Wagt ihr euch an Bücher heran, die schwierig sind, die man nicht einfach so herunterlesen kann?
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12. Juli 2016

„Dann wollen wir mal sehen“, sagte der Prinz mit dem Farbkasten. Er zog eine kleine Karte hervor, auf der eine geflügelte Schlange abgebildet war, offenbar die Vorlage für die Tätowierung.
„Nicht so schnell“, mahnte der andere Prinz. „Erst die Prüfung.“
„Welche Prüfung?“, fragte ich alarmiert. Bisher hatte niemand etwas von einer Prüfung erwähnt.

(Goldstaub auf meiner Haut, Die Legenden der Unaschkin 3)
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24.Juni 2016

Die erste Testleserin fängt nun an, die Legenden 3 zu lesen … und ich bin gespannt darauf, wie sie es findet. Für mich ist die Zeit, nachdem ich “Ende” unter ein Manuskript geschrieben habe, immer ein wenig seltsam. Meine Gedanken sind noch bei den Figuren und müssen doch davon abgelöst werden und sich der anderen Arbeit, die liegengeblieben ist, zuwenden. Nun ist mein großes Fantasy-Projekt wieder an der Reihe. Und die eine oder andere angefangene Geschichte blitzt auf und winkt mir zu – Bin ich jetzt dran?
Tut mir leid, muss ich dann sagen, noch nicht. Bitte nicht alle auf einmal.
Bis ich in dem anderen Manuskript, an dem ich noch etwas feilen muss, wieder richtig drin bin, vergeht wohl noch eine Weile. Die Gedanken fliegen davon wie aufgescheuchte Tauben, bevor sie sich wieder festsetzen. So wie die frechen Elstern und Amseln in unserem geplünderten Kirschbaum ..
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21. Juni 2016

Mein Sommerferiengefühl …

Während draußen die Temperaturen steigen, habe ich ein herrliches Sommerferiengefühl – die Belohnung, weil ich heute so fleißig war.
Was habe ich heute geschafft? Ein Brot gebacken, mit Rosinen, Feigen und Cranberries. In der Küche duftet es herrlich. Ich habe auch noch Muffins gebacken für einen schönen Nachmittagstee (ein Teil der Cranberries und getrockneten Feigen sind im Teig gelandet). Und ich habe die Rohfassung meines dritten Meriande-Bandes abgeschlossen.
Es sind ca. 88.000 Wörter geworden. Wahrscheinlich werde ich noch die eine oder andere Szene ausbauen. Manch ein Satz wird noch gestrichen oder umformuliert. Da steht mir noch ein Haufen Arbeit bevor. Aber darüber mache ich mir heute keine Gedanken. Jetzt kommt die Zeit, die für wartende Leser wahrscheinlich ziemlich lästig ist: Ich werde das Manuskript liegen lassen. Wie einen Hefeteig, den man gehen lässt.
In dieser Zeit wird mir noch das eine oder andere einfallen, was fehlt, was ich besser machen könnte … und nach einer Weile kann ich mir die Geschichte wieder vornehmen und mit neuen Augen betrachten.
So, als hätte ich sie gar nicht geschrieben. Ich werde sie lesen und ein bisschen überrascht sein. Darauf freue ich mich schon.
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16. Juni 2016

Heute hat es wieder richtig Spaß gemacht. Die Seiten füllen sich wie von selbst, die Finger tanzen im Akkord über die Tasten, die Geschichte wächst, ich leide mit meinen lieben Figuren mit, freue mich mit ihnen, bin mit ihnen glücklich oder verzweifelt.
Jetzt sind meine Augen müde. Raus in den Garten! In den Himmel schauen, die Blumen leuchten vor dem Grün. Ein paar Fotos machen, den Augenblick fangen.
Genug für heute, ihr stacheligen und dornigen Unaschkin, Dschungellöwen, Hornpanther, Affen …
Sobald ich draußen bin, kommt meine Katze angerast, um mich (zum wievielten Male heute?) zu begrüßen.
Wie weich ist ihr Fell.
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14. Juni 2016

Ideen …. sind wie Dornröschen.
Man muss sich durch die Hecke zu ihnen durchkämpfen und schafft es mit blutigen Kratzern und viel Mühe, sie zu bergen. Oder man wartet, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Sind die hundert Jahre um, dann weichen die Rosen wie von selbst auseinander und alles ist ganz leicht.
Okay, beim Bücherschreiben ist es nicht mit dem Wachküssen der Idee getan, dann fängt – wie bei einer richtigen Prinzenhochzeit – die Arbeit erst an. Trotzdem mein Tipp an diejenigen unter euch, die auch gerne schreiben oder schreiben wollen: Nicht sofort anfangen. Lasst eure Ideen eine Weile schlummern. Es müssen ja nicht gleich hundert Jahre sein.

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11. Juni 2016

Wenn Figuren sich in lebensbedrohliche Situationen bringen …
“Meriande!” Am liebsten würde ich sie schütteln. “Das war nicht geplant, was sollte das? In diese Lage hast du dich ganz alleine gebracht, also sieh zu, dass du da wieder rauskommst!”
Meriande schweigt und lächelt.
“Also”, frage ich, “wie ist der Plan? Was passiert jetzt?”
“Das musst du schon selber schreiben.” Sie kann ganz schön schnippisch sein.
“Ja, aber du musst dir doch etwas dabei gedacht haben! Wenn du mir nicht verrätst, welchen tollen Plan du in der Hinterhand hast, lösche ich die Szene und schreib sie komplett neu.”
“Das wagst du nicht!” Sie springt mir beinahe aus den Seiten entgegen. “Ich musste das tun, das weißt du ganz genau. Es ist wichtig! Wehe, du löschst das!”
Ja, stimmt, aber … wie soll ich so arbeiten? Sie soll tun, was sie halt tun soll, was ich mir so schön überlegt hatte, und nicht etwas ganz anderes.
“Gib mir einen Hinweis, einen klitzekleinen, bitte!”
“Hab ich schon.”
“Hast du schon? Wo denn?”
Schelmisches Lächeln.
“Also, wenn du auf Superkräfte spekulierst, das kannst du dir abschminken. In deiner Welt bin ich sozusagen Gott. Du kriegst keine Superkräfte.”
Wissendes Lächeln.
“Boah, Meriande, du regst mich auf. Ich geh jetzt in den Garten.”
Nach anderthalb Stunden Gartenarbeit dämmert es mir endlich. “Ach so! Das war riskant, aber eigentlich ganz einfach, wenn man die Denkweise seines Gegners durchschaut.”
Meriande seufzt. “Hast du es jetzt endlich, oh große Meisterin?”
Höre ich da etwa Ironie heraus?
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9. Juni 2016

Das Autorenleben besteht zu einem großen Teil aus Warten. Man schickt ein Exposé an den Verlag und wartet auf die Reaktion, überarbeitet es und wartet, man wartet auf den Vertrag, dann auf die Änderungen des Vertrags, auf das Lektorat … Eigentlich gibt es immer etwas, auf das man warten muss.
Aus diesem Grund haben Autoren meist mehrere Projekte in verschiedenen Stadien der Fertigstellung, und während man beispielsweise auf die lektorierte Fassung wartet, kann man schon am nächsten Exposé oder einer Textprobe arbeiten.
Bei mir als halbe Indie-Autorin ist es noch besser – während ich auf die nächsten Schritte des Verlags warte, kann ich mich meinen Selfpublishing-Projekten widmen. Gerade bin ich mit Meriande in den Sümpfen unterwegs, wo es vor Gefahren wimmelt.
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7. Juni 2016

Es wird gerade dramatisch in meiner Geschichte um Meriande und Charal-Jar. Meine Heldin muss eine wichtige Entscheidung treffen … und sich durchsetzen. Aber das kann sie ja. Auch gegen eine ganze Schar wilder und blutdürstiger Unaschkin.
Dazu genieße ich einen schönen Rosentee. Sehr lecker!

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19. Mai

Autoren, die auf Wörter starren …

In dieser Phase bin ich, glaube ich, ein bisschen anstrengend. Ständig nerve ich meine Familie mit Fragen/Ausrufen/Jammern/Rätseln wie “Weiß jemand ein Synonym zu … was auch immer”? Oder: “Kann ich das so stehen lassen?” Oder: “Oh nein, das hätte ich fast übersehen!” Oder: “Was mache ich mit diesem Satz? Oh, was mache ich nur mit diesem Satz? Was mache ich nur mit diesem Satz?”
Dann kommen so hilfreiche Antworten wie: “Lass es einfach so stehen.” Oder: “Das stört doch keinen.” “Das fällt bestimmt keinem Leser auf.”
Mag ja sein, aber trotzdem. Ich drücke erst auf “Veröffentlichen”, wenn ich glaube, dass es fertig ist. Dass es so gut ist, wie ich es eben hinbekommen kann.
Und heute war es so weit. Endlich.
Jetzt bin ich gerade ein bisschen glücklich.
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14. Mai 2016

Wie kalt es draußen ist. Der Garten ist grün, sehr grün, und es zieht mich dahin, obwohl im Haus noch viel zu tun ist. Jeder Strauch duftet unterschiedlich. Weiße Blüten überall, dazwischen der Blauregen. Ich hoffe, ich kann mich heute – wenigstens zwischendurch – gut auf mein Manuskript konzentrieren und noch ein bisschen daran feilen.
Nur noch ein paar Tage.
Korrigieren ist anstrengend, und zunehmend merke ich, dass ich mal wieder eine richtige Schreibphase brauche, in der es um Fantasie geht und nicht um Fehler und Verbesserungen.
Vom Schreibtisch abheben mit Flügeln aus Papier.

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12. Mai 2016

Kurz vor einer Veröffentlichung immer dasselbe – der Zweifel. Taugt das was? Ist es gut? Gut genug? Werden die Leser, die mir in dieser Reihe bis hierhin gefolgt sind, zufrieden sein? Ich weiß, dass nicht jedem alles gefallen kann, und trotzdem … müsste ich nicht alles noch einmal umschreiben? Oder es lieber ganz lassen?
Ich kenne diese Stimme mittlerweile. Und auch den Zeitpunkt, an dem man eine Geschichte loslassen muss. Ich kann vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten verbessern, aber nein, ich werde das Ganze nicht auf den Kopf stellen. Und ich werde es nicht verstecken, damit niemand es lesen kann. Letztendlich ist es bloß ein Roman.
Auch wenn es sich anfühlt, als müsste ich ein Küken aus dem Nest schubsen.

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9. Mai 2016

Gestern bei der Waldwanderung – eine Idee. Plötzlich, so wie man einen hübschen Stein entdeckt oder eine interessante Versteinerung.
Ich bin überrascht. Vorsichtig berge ich sie, halte sie in der Hand, betrachte sie von allen Seiten. Sie ist noch klein. Es tut mir ein bisschen leid um die Idee, denn ich habe keine Zeit für sie. Ich bin mit anderen Projekten beschäftigt.
Aber das macht nichts. Sie ist keine laute, dringende Idee, die mir in die Ohren schreit. Zu Hause lege ich sie in meiner Ideensammlung ab. Es ist wie meine eigene, persönliche Steinsammlung. Doch anders als Steine geschieht etwas mit den Ideen, die in der Kiste warten müssen. Sie wandeln sich, keimen, wachsen, schlagen Wurzeln, bis sie irgendwann reif sind.
Ob aus dieser neuen Idee jemals ein Baum wird – oder ein Roman?

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7. Mai 2016

Es ist zu warm zum Arbeiten. Die Sätze verschwimmen vor den Augen, die Konzentration geht flöten. Ich hangel mich von Seite zu Seite, muss blinzeln.
In meiner Geschichte geht es drunter und drüber, die Handlung packt mich wieder, das soll sie aber gar nicht, wenn ich nach Fehlern Ausschau halte. Ein Junge mit goldenen Augen blickt mich aus schwarzen Buchstaben heraus an und breitet die Flügel aus. Draußen im Garten explodieren die Tulpen. Der Zierapfelbaum brennt in leuchtendem Pink. So schön ist der Mai.


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