11
Mai

Vernarrt in Bücher

   Posted by: admin   in Allgemein

Ich schreibe Bücher.
Ich liebe Bücher.
Ich kaufe sie, sammle sie, lasse sie mir zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken, leihe sie aus, lade sie als eBook herunter, leihe sie als eBook, ich horte sie, pflege sie. Ich habe eine geniale Bücherbürste, mit der man sie im Regal abstauben kann.
Und ich lese Bücher. Es soll ja Autoren geben, die keine Zeit zum Lesen haben. Das kann ich nicht verstehen. Bücher sind ein Nahrungsmittel für die Seele. Geht nicht ohne.

Deshalb kann ich nicht anders, als über Bücher zu sprechen.
Was ich lese? Am liebsten Fantasy. Gerne Jugendbücher. Queerbeet, alles, was sich irgendwie interessant anhört. Seltener einen Thriller oder etwas Lustiges. Auch mal ein Sachbuch.
Von Bestsellern bin ich meist enttäuscht.
Ich mag Bücher, die sich sprachlich von der Masse abheben.
Ich empfehle auch Bücher, die mir in mancher Hinsicht nicht gefallen haben, wenn sie spannende Fragen aufwerfen, die einen noch über die Lesezeit hinaus beschäftigen.
Ich hole auch gerne mal ein Buch aus dem Regal, das ein paar Jahre alt ist. Bücher haben kein Verfallsdatum.
Ich vergebe keine Sternchen, Bärchen oder Federn. Denn das perfekte Buch, an dem es nichts auszusetzen gibt, kann langweilig sein. Während ich oft mein Herz an Geschichten verliere, über die ich mich geärgert habe.

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Wie man schöne Fotos von Büchern macht, muss ich noch üben. Es ist gar nicht so einfach – ständig spiegelt sich etwas im Umschlag, das Licht passt nicht … Aber egal. Ich wollte noch kurz meinen Eindruck von diesem Roman festhalten, bevor ich es vergesse.
“Die rote Königin” von Victoria Aveyard, erschienen bei Carlsen. Dieses Buch begegnet mir ständig, in Buchhandlungen, Katalogen … ich war neugierig.
Und, wie so oft bei Bestsellern, bin ich nach dem Lesen ein wenig ratlos. Warum ist das ein Bestseller? Es ließ sich gut und flüssig lesen und war durchaus auch relativ spannend. Aber von einem Bestseller erwarte ich mehr. (Wenn ich überhaupt noch etwas erwarte, mittlerweile müsste ich es wirklich besser wissen.)

In einer Welt, in der alle Magiebegabten silbernes Blut haben, werden die normalen Menschen, in deren Adern rotes Blut fließt, grausam unterdrückt. Die junge Mare lebt in einem armen Dorf, hält sich mit Diebstählen über Wasser. Ihre Brüder kämpfen an der Front, die Familie muss damit rechnen, dass sie sterben. Die reiche Schicht der Magier lebt hingegen in Saus und Braus, so scheint es zumindest am Anfang. Ein Fremder verschafft Mare eine Anstellung bei Hofe, und sie muss das wohlhabende Publikum bei den Schaukämpfen in der Arena bedienen, wo die Kandidatinnen für die Hand des Kronprinzen ihre magischen Kräfte präsentieren. Da passiert etwas Unerwartetes … und Mare wirkt Magie. Sie, eine Rote!
Was muss sich das Herrscherpaar nun nicht alles einfallen lassen, um diese Tatsache zu vertuschen. Doch auch die Roten Rebellen wollen Mare für sich benutzen …

So weit, so gut. Junges Mädchen entdeckt seine magischen Kräften. Verliebt sich in den Prinzen. (Warum?) Wird von einem weiteren Mann begehrt. (Warum?) Gibt es irgendwo eine neue Idee? Ich habe das Gefühl, alles zu kennen. Und das, was neu ist, kann mich nicht überzeugen. Wie würde jemand mit silbernem Blut denn aussehen? Die Silbernen als blass zu beschreiben, genügt mir nicht. Auch mit der Welt konnte ich mich nicht anfreunden. Am Anfang wirkt alles wie normale mittelalterliche Fantasy, aber es gibt Motorräder und Kameras und sogar Flugzeuge. Die Verknüpfung von Technik und Magie hat mich nicht überzeugt.
Doch das alles geht ja noch. Was mich wirklich stört, ist der Umgang mit dem Thema Terrorismus. Die Heldin unterstützt die Rebellen. Sie hilft bei Anschlägen, die Unschuldige treffen. Und obwohl sie ein paar Mal darüber nachsinnt, dass nun Blut an ihren Händen klebt, ändert sich nichts. Ich finde es spannend, wenn Helden Fehler begehen und nicht perfekt sind, aber dies ist ein Jugendbuch. Soll ich es wirklich in Ordnung finden, wenn die Heldin den Tod von Kindern in Kauf nimmt und mit einem Achselzucken darüber hinweggeht?
Die vielen begeisterten Leserinnen dieses Romans scheint es jedenfalls nicht zu kümmern.

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Kennt ihr das? Manche Geschichten vergisst man nicht. So wie dieses Buch. “Ihr kennt mich nicht” von David Klass. So witzig und so traurig. Ich hatte es vor ein paar Jahren aus der Bücherei ausgeliehen – eigentlich nur, weil der Nachname des Autors meinem eigenen ähnelt – und dann hat mich die Geschichte gepackt. Nun durfte das Buch in meinem Regal einziehen, ich musste es einfach noch einmal lesen. Die Geschichte von John, der von dem Mann misshandelt wird, der nicht sein Vater ist. John, den niemand kennt. John, der auf eine Anti-Schule geht, denn sollte man in einer richtigen Schule nicht etwas lernen? John, dessen Tuba eigentlich ein Frosch ist. John, dessen Leben kein Leben ist.

Ein wunderbarer Held, herrlich ironisch und mutig und herzzerreißend blind – denn da draußen sind vielleicht doch ein paar Menschen, die ihn kennen.

“Dies ist keine Schule, dies ist eine Anti-Schule. Wenn eine richtige Schule und dieser Ort jemals aufeinander träfen, gäbe es eine Explosion, die das ganze Universum in die Luft jagen würde. Woher ich weiß, dass es eine Anti-Schule ist? Schule macht Spaß, und dies hier ist die Hölle.”


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Zwei Mädchen in Irland. Beste Freundinnen. Ellen verschwindet, und Maggie leidet. Nach und nach enthüllt sich in ihren Briefen an Ellen und ihren Erinnerungen, was wirklich geschehen ist …
“Missing Ellen” von Natasha Mac a’Bháird – eine kleine, feine, berührende Geschichte. Sehr unaufgeregt, ohne Thrill oder überraschende Plottwists, doch gerade das macht es so realistisch.

“Wenn ich ehrlich bin, weiß ich allerdings nicht, wo der Anfang ist und wie weit ich zurückgehen muss, damit das alles irgendwie Sinn ergibt. Wenn das überhaupt möglich ist. Hat alles damit angefangen, was Ellens Familie letzten Frühling passiert ist, oder sogar noch früher?”


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Das ist natürlich nicht mein vollständiger SUB, aber ich wollte keinen Turm bauen, der umfällt und mich unter sich begräbt.
Oder lese ich erst die Bücher aus der Bücherei?


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“Der Winter der schwarzen Rosen” von Nina Blazon. Ich liebe ihren Schreibstil!
Kleine Kostprobe:
“Jetzt würde ich zu Boden sinken, wenn er mich nicht halten würde. Es ist, als wäre zwischen uns nichts mehr. Keine Worte, kein Zorn, nicht einmal das Spiel, das wir beide spielten, seit wir uns vorhin zum ersten Mal begegnet sind. Noch nie habe ich mich so gesehen gefühlt.” (S. 61)
Habt ihr es schon gelesen? Und wie fandet ihr es?


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